Typisch Kirche

„Lachen ist die beste Medizin“ sagte Pfarrer Brauner nachdem er sich nach einem Lachanfall im Beichtstuhl beruhigte.

„Warten sie kurz“ sagte der Pfarrer zu seiner Kundschaft im Stuhl „ihre Geschichte war zu gut. Das muss ich auf Facebook posten“

Peter verließ die Kirche. So hatte er sich seinen Besuch nicht vorgestellt. Er war von seiner Kirche enttäuscht. Er hat ihr schon viel verziehen. Die Vorfälle als er im Internat war, die Kirchensteuer und das ohrenbetäubende Geläute in der Früh. Aber seine Credibility auf Facebook zu zerstören ging zu weit.

Ohne langes Federlesen schrieb er einen bitterbösen Blog-Beitrag und bat um eine Audienz beim Papst. Peter musste nicht lange warten und schon kam eine Mail des Vatikans in seine Inbox. Der Papst schrieb persönlich:

„Hallo Peter,

besprechen wir das lieber persönlich. Wann hast du Zeit um einmal vorbeizukommen?

Glg,
Benni“

Peter freute sich, suchte sich bei Expedia ein billiges Hotel und einen günstigen Flug-Termin aus, und informierte den Papst. Der Papst bestätigte den Termin und schickte seine Handy-Nummer falls es noch zu Fragen kommen sollte.

Eine Woche später kam er am Samstagnachmittag am Leonardo da Vinci Flughafen an. Mit dem Leonardo Express fuhr er zum Hauptbahnhof. Dort nahm er die Metro zum Vatikan. Die Warteschlange am Petersplatz war unglaublich lang. Peter zückte sein Handy und tippte die Nummer ein, die ihm der Papst per Mail gesendet hatte.

„Benedikt“
„Hallo, hier spricht Peter. Wir haben uns ausgemacht, dass wir uns heute treffen“
„Genau“
„Ich bin gerade am Petersplatz“
„Haha! Der Peter am Petersplatz“
„Witze über Namen! Das ist lustig“
„Sorry“
„Jedenfalls stehen wahnsinnig viele Leute vor dem Eingang und ich habe überhaupt keinen Bock darauf hier stundenlang zu warten“
„Ich schick dir die Schweizer Garde. Die sollte gleich da sein“

Peter musste nicht lange warten bis ihn zwei Schweizer Kasperln abholten. Sie brachten ihn sofort zum Papst. Der war gerade Duschen. Er hatte nur einen Bademantel an.

„Einen Moment! Ich muss mir noch was anziehen“

Nach einer Minute kam der Papst aus dem Badezimmer. Er hatte seine üblichen Klamotten an, sein Arbeitskleid. Die Kopfbedeckung hatte er in der Hand, denn Benedikt XVI. hatte noch nasse Haare.

„Schön, dass du kommen konntest“ sagte der Papst freundlich „kommen wir gleich zur Sache. Es tut mir- oder besser gesagt der ganzen Kirche- leid was da im Internat passiert ist!“

„Echt?“ war Peter überrascht „da könnt ihr ja nichts dafür“
„Oh doch, mein Sohn“
„Im Internat hatte ich einen S-Fehler und alle haben mich veralbert! Ihr steckt da dahinter?“
„Nein, ich dachte dass da schon wieder eine Missbrauchssache aufgeflogen ist. Für den S-Fehler können wir wirklich nichts“ lachte der Papst „aber warum zum Teufel bist du dann hier?“
„Facebook! Nach einer Beichte hat der Pfarrer meine Sünde im Facebook gepostet“
„Sag aber jetzt nicht, dass du der Kerl mit der Achterbahn und dem Reh bist“
„Ja, das war ich. Aber darum geht’s nicht.“
„Worum denn sonst?“ wollte der Papst wissen.
„Es geht um den Pfarrer der irgendwelche Sünden öffentlich macht!“
„Da trifft den Pfarrer keine Schuld. Das war im Rahmen einer Imagekampagne für die Kirche“ erklärte der Papst „unsere Mitarbeiter werden dazu motiviert interessante Geschichten aus ihrem Arbeitsalltag online zu stellen. Monatlich wird die beste Story von allen angemeldeten Usern gewählt. Der Gewinner bekommt dann ein Preisgeld. Schlussendlich sollen einige Erlebnisse verfilmt werden. Für YouTube. Deine Geschichte hat im letzten Monat gewonnen“
„Und Pfarrer Brauner hat für diese Unverschämtheit Geld eingestreift?“
„Noch nicht. Demnächst sollen ihm 50 Euro überwiesen werden.“
„Und ich bekomme nichts?“
„Nein, das ist nicht vorgesehen. Aber ich kann dir auch 50 Euro geben. Aus der eigenen Tasche“

Der Papst kramt in seiner Prada Handtasche. Als er seine Geldbörse gefunden hatte, zog er einen 50 Euro Schein heraus und überreichte ihn Peter. Der bedankte und verabschiedete sich sogleich. Die Schweizer Garde geleitete ihn aus dem Vatikan.

Peter setzte sich in das nächstgelegene Lokal und zog Bilanz. Der Flug über Expedia kostete 348,84 Euro, die zwei Tickets für die Metro 2 Euro, für den Transport vom Flughafen zum Hauptbahnhof und zurück musste er 28 Euro hinblättern und das Getränk im Lokal kostete 3,5 Euro. Im Gegenzug bekam er vom Papst 50 Euro und keine Entschuldigung für seinen Ärger. Ein Verlust von 332,34 Euro. Er entschloss sich, das Foto, welches er mit seinem Handy heimlich vom Papst in seinem Bademantel geschossen hatte, an die BILD-Zeitung als Leserreporter zu verkaufen. Wenn es das Blatt drucken würde bekäme er 500 Euro. So hätte sich der Ausflug doch noch gelohnt.

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