Jährlich sterben in der Dusche 74 Menschen an Giraffen-Bisse
Die wenigsten Duschen sprechen, aber diejenigen die sprechen, sprechen unglaublich viel. Deshalb auch die Redewendung “reden wie ein Wasserfall” (Wasserfall war ein bekannter Duschen-Hersteller in den 50er-Jahren)
10% aller Tweets entstehen unter der Dusche
Wimpernduschen wurden bis heute noch nicht erfunden
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Vor einigen Monaten eröffnete ich ein Twitter-Konto für die nordkoreanische Staatsagentur KCNA. Die Medien liebten den Account und berichteten darüber. Ich fasste die ersten Reaktionen in einem Artikel für Telepolis zusammen. Mein Fake war damit eigentlich aufgeklärt, aber Associated Press glaubte weiterhin an die zwitschernde Diktatur und berichtete abermals.
Vor wenigen Tagen bekam ich von einem Journalisten eine Nachricht über Twitter, der mit mir bzw. KCNA ein Interview führen wollte. Auf meine Nachfrage behauptete er, dass er für das US-amerikanische Magazin “Foreign Policy” arbeitete. Erst dachte ich, dass es eine Spassanfrage war, aber trotzdem schickte ich ihm eine Kontaktadresse, die ich zuvor bei bei der japanischen Version von Yahoo erstellt hatte.
Ich war mir sicher, dass es sich um eine Scherzanfrage handelte und man mich an der Nase herumführen wollte. Nach wenigen Stunden bekam ich dann aber eine Mail von einem Redakteur des besagten Magazins. Ich habe die Fragen so gut wie möglich beantwortet und wollte sie wieder zurücksenden. Das gestaltete sich aber schwieriger als erwartet. Yahoo Japan hat als Spam-Schutz keine CAPTCHA-Abfrage wie Yahoo Deutschland, sondern irgendeine Frage auf japanisch. Trotz Google Translate scheiterte ich an der Abfrage.
Zum Glück stolperte ich über den Service “Privnote“, mit dem man Nachrichten verschlüsselt verschicken kann. Ich gab meine Antworten dort an und schickte über eine Twitter-Direktnachricht den Link zum Interview. Ich musste den Link gleich zweimal schicken, denn die Notiz zerstört sich selbst, nachdem sie gelesen wurde und der Journalist zerstörte meine erste Nachricht sogar bevor er sie gelesen hatte…
Der Reporter bedankte sich bei mir. Seine Vorgesetzten wollten jedoch eine Verifizierung von meiner Echtheit, denn angeblich gibt es viele Faker bei Twitter und sie müssten auf Nummer sicher gehen. Ich sollte eine Mail mit einer Adresse, welche die Endung “kcna.co.jp” hat, schreiben oder irgendwie anders beweisen, dass ich bei KCNA arbeite. Er entschuldigte sich für die Prozedur, aber er meinte dass die US-Nordkorea-Beziehungen ohnehin nicht gerade gut sind und man deshalb vorsichtig sein müsse.
Bevor ich noch etwas zurückschreiben konnte, bekam ich erneut eine Nachricht des Journalisten in welcher er erklärt:
Damit meine Bemühungen nicht vollkommen unnötig waren, veröffentliche ich das Interview jetzt hier:
1. Who am I speaking with? Can you tell me your name and position? Where are you located? North Korea? Japan?
I’m responsible for Public Relations.
2. What is the KCNA’s goal in using Twitter? Who are you trying to reach?
Websites which are run by the Democratic People’s Republic of Korea are blocked in South Joseon. So we had to find ways to break this blockade. Twitter gives us the chance to avoid the censorship of the South Joseons administration. Citizens of South Joseon are now able to see the other site of the reality.
3. Do you follow news services from other countries on Twitter or elsewhere? What foreign newspapers/websites do you monitor? Who else do you like to follow on Twitter?
KCNA has many sources. My team follow on Twitter with a separated account such users like cnnbrk, nytimes, TechCrunch and many more. We also monitor many international newssites, weblogs and social news communities.
4. How does KCNA report on news events such as President Clinton’s visit to North Korea? Do you have reporters covering the trip, or are you working off government statements? Are your reports edited by central government officials or is the KCNA given relative authority to write what it wants? How many writers/editors are there?
KCNA has reporters on the spot. The reports are not edited by the central government. The journalists are politically skilled. They are the avant-garde of the revolution.
5. What are KCNA’s future plans to expand its reach? Are you planning other uses of new media/social networking? Facebook?
We are planing to start a YouTube account and also want to join identi.ca and flickr. Maybe we also start next year in other social networks like orkut, myspace and facebook.
6. Is Twitter popular in North Korea? Do many people there get their news online?
Primarily we want to reach foreign people. The most Koreans are informed via TV and radio.
7. What are some foreign misperceptions about North Korea that you are trying to correct?
There are many misperceptions about the Democratic People’s Republic of Korea. For example a lot of people think we live in a dictatorship. That’s not true. For this reason we translate our articles in English and Spanish.
8. What has the reaction been like to Clinton’s trip? In the US, it’s been covered as an opportunity to restart negotiations. Do North Koreans see it the same way.
Bill Clinton is a great friend of our nation. We are happy that he delivered us a friendly note from Mr. Obama.
Frage: Manchmal wird Ihr Namen mit “Ü” geschrieben und manchmal mit “Ue”. Was stimmt jetzt? Antwort: Es gibt viele Möglichkeiten meinen Namen zu schreiben. Solange vor “bel” kein A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V, W, X, Y, Z, Ä oder Ö steht stimmt es meistens.
Frage: Etwas ganz anderes: Spricht man eigentlich von politischer Verfolgung wenn ein Oppositionspolitiker von einer Regierungspartei über Twitter verfolgt wird? Antwort: Nein, ich glaube nicht!
Frage: Apropos anderes: Was macht eigentlich jetzt Peter Falk? Antwort: Spielt der nicht bei einer neuen Krimi-Serie mit? Demenzalist?
Frage: Das war ja schwach. Haben Sie keine besseren Scherze? Antwort: Nein!
Hunderttausende Twitter-User haben ihr Benutzerbild begrünt um sich mit dem ehemaligen iranischen Premierminister Mir-Hussein Mousavi, der in seiner aktiven Zeit für tausende Hinrichtungen verantwortlich war, zu solidarisieren.
Das brachte mich auf eine Idee für eine ähnliche Aktion. Diesmal aber für eine gute Sache.
Am vergangenen Sonntag fand in Honduras ein Militärputsch statt. Der Präsident, Manuel Zelaya, wurde von Soldaten entführt und ins Exil gezwungen, Fernseh- und Radiosender wurden geschlossen, Gegner der Junta werden verfolgt und verhaftet usw. usf.
Bis auf die FDP findet das eigentlich jeder schlimm. Um mich mit dem demokratisch gewählten Präsidenten Honduras zu solidarisieren habe ich mein Avatar angepasst:
Wollen Sie sich auch Zelayaisieren? Hier bekommen Sie den dazugehörigen Hut und Bart: