Dinge, die ich von einer Taufkarte wieder gestrichen habe

Letztes Wochenende habe ich wegen einer Taufe eine Karte geschrieben. Der Täufling kann zwar noch nicht lesen, aber ich habe dennoch einige Sätze lieber wieder raus gestrichen:

  • Ein altes klingonisches Sprichwort sagt…
  • Es gibt immer einen der für Dich da ist. Der sozialpsychiatrische Notdienst ist unter der Telefonnummer 555-8453-2344 erreichbar.
  • Bleib nicht so wie du bist!
  • Wenn du lesen kannst gibt es hoffentlich kein Google mehr und du kannst somit schwerer erkennen, dass der Text von einer Taufkarten-Webseite kopiert ist.
  • Eine Taufe hat viel mit Glauben zu tun. Aus diesem Grund habe ich kein herkömmliches Taufgeschenk, sondern ein Geld-Geschenk. Du findest das Geld in Deiner Dogecoin-Wallet.

Österreichische Vorurteile mit Googles Autovervollständigung

europa-karte-auto

Ich habe bei Google.at für jedes Land auf dieser Karte folgende Suche getätigt “Warum ist das Land XY so …”. Googles Autovervollständigung wurde jeweils in das richtige Land eingetragen.

Für die Länder Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Moldawien, Mazedonien, Albanien, Serbien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Portugal, Algerien, Niederlande, Andorra und Malta gab es leider keine Resultate.

Karten-Quelle: Wikimedia Commons / Die stammt von hier.

Die unregelmäßige Kolumne (X): Spam!

Liebe Leser,

an der Carnegie Mellon University gründete Luis von Ahn das Unternehmen reCAPTCHA. Von Ahn gehörte auch zu den Gründern des Verfahrens CAPTCHA (Kurz für: “Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart”). Bei diesem Verfahren werden verzerrte Buchstaben angezeigt, die ein Computer nicht und ein Mensch sochon erkennen soll. So sollen automatisierte Systeme ausgesperrt werden und Spam verhindert werden.

Spammer sind aber nicht dumm und haben deswegen Texterkennungsprogramme (OCR) angefertigt, welche auch die verzerrten Wörter lesen können. Hier kommt nun reCAPTCHA ins Spiel. reCAPTCHA hilft bei der Digitalisierung von Büchern und alten Zeitungen. Wörter, die von der Texterkennung nicht erfasst werden können, werden automatisch in das reCAPTCHA-System eingespeist. Der Service blendet nun ein verzerrtes Wort an von dem die Lösung bekannt ist und ein Wort, welches nicht erkannt wurde. Die User, die beweisen wollen, dass sie keine Maschine sind, müssen nun beide Wörter erkennen und in ein Formular eingeben. Durch die Erkennung beider Wörter wird durch die Benutzer, das bisher unbekannte Wort, gelöst. Durch diese Art von Crowdsourcing konnten etliche Dokumente digitalisiert werden. Gleichzeitig werden Spammer mit OCR-Software ausgesperrt.

Im September 2009 hat Google reCAPTCHA gekauft. Der IT-Konzern setzt die Software nicht nur für eigene Dienste an, sondern man kann reCAPTCHA auch auf der eigenen Webseite einbauen. Seit 2012 digitalisiert Google nicht nur mit dieser Methode Bücher und Zeitungen, sondern verwendet den Dienst auch für Google Street View. Straßentafeln, Hausnummern usw. werden von Google ausgeschnitten und von meist ahnungslosen Usern digitalisiert.

Spam-Schutz kann reCAPTCHA leider nicht garantieren, denn durch die Verbreitung solcher Tools wurden sogenannte Decaptcha-Dienste, die verzerrte Bilder von Menschen lösen lassen, gegründet. Hierbei verlangen diese Dienstleister ungefähr 1 Euro für 1000 Lösungen. Die Anbieter beziehen ihre Arbeitskraft meistens aus Asien.

Es gibt aber auch andere Methoden wie Spammer an gelöste CAPTCHAs kommen. So wird zum Beispiel eine Fake-Seite erstellt auf der die Besucher eine Frau virtuell ausziehen können. Für jedes Kleidungsstück muss ein CAPTCHA gelöst werden. Die virtuelle Frau ist aber nicht die Nutznießerin der Lösungen, sondern die werden für Spam missbraucht. Ebenso gibt es die Vermutung, dass es Malware gibt, die den einzigen Zweck hat CAPTCHAs im Netz zu ersetzen. Der User löst einen CAPTCHA auf irgendeiner Webseite. Obwohl die Lösung richtig war, wird ein neuer CAPTCHA eingeblendet. Dieser ist nun lösbar. Die erste Lösung diente dem Spammer um sich irgendwo anzumelden und die zweite Lösung dem Benutzer.

Moral von dieser Geschichte: Ahnungslose User, unterbezahlte Asiaten und von Spammer erstellte Software sowie Webseiten helfen Google bei der Erstellung einer Weltkarte. Diese Weltkarte wird “kostenlos” angeboten. Die Nutzer von Google Maps bekommen dann ortsbasierende Werbung eingeblendet bzw. deren Werbeprofil wird verbessert. Mich erinnert dies an folgende Zeile von Bert Brecht: “Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?”

Vielen Dank fürs Lesen!