Tony Wegas mit Streams helfen

Die US-Amerikanische Band Vulfpeck hat ein Album auf Spotify veröffentlicht, welches nur aus leeren Tracks besteht. Die Fans sollen sich das Album “Sleepify” im Loop anhören. Dadurch sollen kostenlose Konzerte der Band finanziert werden.

Ich habe mir schon vor Monaten eine ähnliche Aktion ausgedacht, aber diese sollte nicht für gratis Konzerte sorgen, sondern einen verwunderten Tony Wegas.

Tony Wegas ist ein abstrakter “Star”. Er war zweimal für Österreich beim Eurovision Song Contest. Während er 1992 noch den 10. Platz erreichte, erreichte 1993 nur noch den 14. Platz. Später hatte er Probleme mit Alkohol, Kokain und Heroin. Für die Finanzierung seiner Sucht bestahl er zwei ältere Damen und musste dafür 30 Monate ins Gefängnis. Ein Comeback gelang ihm danach nicht mehr. 2007 wurde ein Konkursverfahren eröffnet.

Aus diesem Grund würde ich es recht witzig finden, wenn alle Spotify-User in der Nacht, während sie schlafen, Tony Wegas “Hit” vom Song Contest 1992 “Zusammen Geh’n” hören würden. Ein Stream bringt laut Vulfpeck einen halbe Dollar-Cent. Das Lied dauert 3 Minuten und 17 Sekunden. Wenn man durchschnittlich 8 Stunden schläft ergibt sich eine Vergütung von 73 Dollar-Cent. Auf das Jahr gerechnet sind das 266 Dollar. Wenn diesem Aufruf nur 10.000 Leute folgen, bekommt Tony nach einem Jahr 2,6 Millionen Dollar.

Die unregelmäßige Kolumne (XI): Verschwörungen

Liebe Leser,

stellen sie sich vor, eine außerparlamentarische Opposition ruft in Österreich oder Deutschland unter dem Motto „die Lösung“ dazu auf, die gewählte Regierung zu stürzen. Oppositionelle Parlamentsparteien unterstützen das Unterfangen. Beide Gruppierungen würden nachweislich vom Kreml bzw. kremlnahen Institutionen finanziert und logistisch unterstützt.

Die Proteste eskalieren bald und es kommt zu Toten. Die Demonstranten bauen brennende Barrikaden auf, und schießen scharf auf Sicherheitskräfte oder auf Freiwillige, welche die Barrikaden entfernen wollen.

Wie würde in so einem Fall die internationale Öffentlichkeit bzw. die westlich geprägten Medien reagieren? Würden die Demonstranten als friedlich bezeichnet werden? Würde der Verweis auf die Verwicklung Russlands als Verschwörungstheorie abgetan werden? Eher nicht!

Anders ist das natürlich wenn es sich anstatt um Österreich oder Deutschland um Venezuela handelt und die Finanziers nicht aus dem Kreml sondern dem Weißen Haus kommen.

Derzeit finden in Venezuela in wenigen Städten gewalttätige Proteste statt, die einen Sturz der gewählten Regierung fordern.

Ein interessanter Aspekt an diesen Protesten ist aus meiner Sicht die Reaktion der einflussreichen Medien. Die Berichte sind leicht zusammengefasst:

Studenten, die sich das Leben im Land nicht mehr leisten können, protestieren friedlich gegen eine autoritäre Regierung, die mit Gewalt auf die Demonstrationen reagiert. Weil die Proteste sich nicht unterdrücken lassen, lenkt die Regierung mit Hinweisen auf eine Verschwörung aus der USA ab.

Bei genauerer Betrachtung sieht man jedoch, dass die Gewalt vor allem von radikalen oppositionellen Gruppen ausgeht. So zeigt eine Liste der Opfer der Proteste, dass die Toten überwiegend Unbeteiligte, Regierungsanhänger und Sicherheitskräfte sind.
Erwähnenswert ist die, als „Verschwörung“ abgetane Verwicklung der USA. Auch die US-amerikanischen Behörden streiten ab, dass sie irgendetwas mit den Protesten zu tun haben.

Ich glaube auch nicht, dass Obama direkt eine Anweisung gegeben hat Proteste in Venezuela anzuzetteln, aber es ist unbestreitbar, dass die Akteure bei den derzeitigen Demonstrationen direkt Geld von der USA bekommen haben.

Staatliche geförderte US-Organisationen machen keinen Hehl daraus, die „Demokratie“ in Venezuela zu fördern. So listet der National Endowment for Democracy (NED) online auf, dass jährlich Millionen Dollar an oppositionelle Jugendorganisationen oder Bewegungen, die sich mit Medienarbeit auseinandersetzen, fließen. Auch die Parteistiftung der Republikaner schreibt auf der eigenen Webseite, dass sie die sogenannte „Zivilgesellschaft“ in Venezuela fördert.
Auch die „Nichtregierungsorganisation“ Freedom House, die ihre meisten Geldmittel von der US-Regierung bekommt, erklärt auf ihrer Homepage, dass sie aktiv die außerparlamentarische Opposition fördert seit es eine Links-Regierung in Venezuela gibt.
Auch die berüchtigte Gruppe Otpor!, die von NED, IRI, NDI, USAID und Co gefördert wird, hat einen venezolanischen Ableger mit dem Namen JAVU. Dieser mischt ebenfalls bei den Demonstrationen mit.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine solche Finanzierung aus dem Kreml bzw. kremlnahen Organisationen nicht als Verschwörung bezeichnet werden würde, und die Profiteure der finanziellen Zuwendungen als „Putins Marionetten“ bezeichnet würden.

Vielen Dank fürs Lesen!