Worte mit denen ich nie eine E-Mail-Nachricht abschließen würde

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This Changes Everything: Naomi Klein über den Klimawandel

Naomi Klein ist natürlich eine Gute. Keine Frage. “No Logo” und “The Shock Doctrine” sollte jeder gelesen haben. Schon aus diesem Grund war mir klar, dass auch das neue Buch, This Changes Everything: Capitalism vs. the Climate, toll sein wird. Ich hatte recht.

Ich konnte bisher mit Umweltpolitik nicht viel anfangen. Mir war immer bewusst, dass es ein wichtiges Thema ist, aber es war mir zu kompliziert. Wie soll man sich darüber informieren? Ist Hysterie angebracht oder findet die Wissenschaft ohnehin demnächst ein Zaubermittel? Wem kann man bei solchen Fragen vertrauen? Etliche Umweltorganisationen haben eine andere Herangehensweise und thematisieren immer andere schreckliche Dinge. Gleichzeitig versuchen diverse Unternehmen die Marke “Bio” zu verwenden bzw. die Umweltverschmutzung kleinzureden. Zum Beispiel Biosprit: Hört sich gut an und wirkt auf den ersten Blick wie eine Lösung für das Benzin-Problem. Auf den zweiten Blick verfüttert man an Autos Lebensmittel, die man wo anders brauchen könnte. Auch nicht ideal.

Deswegen war ich froh, dass sich Naomi Klein um das Thema angenommen hat. Sie hat mehrere Jahre für das Werk recherchiert und hat eine brillante Analyse veröffentlicht. Kurz zusammengefasst erklärt sie, dass die Umweltzerstörung fatale Auswirkungen hat und diese sich in Zukunft verschlimmern werden. Die Hauptschuld sieht sie in der herrschenden Wirtschaftsordnung, die nicht für langfristige Zielsetzungen ausgerichtet ist. Reiche Typen wie Richard Branson oder Bill Gates, die versprechen die Umwelt zu retten, schaffen dies nicht oder verschlimmern die Situation noch. Auch progressive Regierungen in Lateinamerika wie Venezuela oder Ecuador werden für die aggressive Förderung von Rohstoffen kritisiert. Es wird auch daran erinnert, dass die vielversprechende Yasuní-ITT-Initiative, welche die Emissionsreduktion durch die Nichtausbeutung fossiler Brennstoffe erreichen soll, von der ecuadorianischen Regierung in Stich gelassen wurde.

Es gibt aber auch Hoffnung. Weltweit schließen sich verschiedene Gruppen zusammen, die erfolgreich gegen die Umweltzerstörung kämpfen (z.B. die Divestment Bewegung). Ebenso findet man in Ecudor NGOs und Basisbewegungen, die weiter für die Yasuní-ITT-Initiative kämpfen.

Naomi Klein erklärt das natürlich viel ausführlicher, gescheiter und unterhaltsamer. Das Buch ist gut lesbar und fesselnd. Es kann auch ein wichtiges Werk für Linke sein, die sich bisher um die Umwelt nicht weiter gekümmert haben.

Der Ehemann von Klein, Avi Lewis, hat auch eine gleichnamige Dokumentation zu diesem Thema gedreht. Aus dem Bildmaterial wurde auch ein Trailer für das Buch erstellt:

This Changes Everything: Capitalism vs. the Climate ist im September 2014 erschienen. Die Taschenbuchausgabe mit 576 Seiten kostet 11,80 Euro. Die deutsche Ausgabe mit dem Titel Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima erscheint im März 2015 bei S. FISCHER.