Was tun gegen Norbert Hofer?

zirkus

Norbert Hofer wurde wie erwartet der stärkste Kandidat bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2016, schnitt aber besser ab als erwartet. Nun muss es darum gehen Van der Bellen zu stärken um Hofer in der Stichwahl eine Niederlage zuzufügen.

Aber was ist die beste Strategie dafür? Manche “PR Experten” meinen, dass es fatal wäre, eine Kampagne zu fahren, welche ein “Nein zu Hofer“ betont. Das würde Hofer mehr bringen als schaden. Als Beispiel wird u.a. die Steiermark-Wahl 2015 genannt. Hier sollen die großen Verluste für die SPÖ sowie ÖVP nur gekommen sein, weil der damalige Landeshauptmann Voves vor der FPÖ gewarnt hat:

Diese Schlussfolgerung ist meiner Meinung nach falsch. Die sogenannte “Reformpartnerschaft” ist in der Steiermark nicht wegen Warnungen vor der FPÖ abgestraft worden, sondern wegen deren fatalen Politik. Sozialen Kahlschlag, den ein großer Teil der Bevölkerung direkt spürt, kann man nicht positiv verkaufen.

Deswegen glaube ich, dass nur ein Unterstreichen der positiven Aspekte von Van der Bellen nicht ausreichen wird. Es handelt sich nun immerhin um einen Zweikampf und die FPÖ wird nichts unversucht lassen um Van der Bellen schlecht zu machen. Es wäre ein andauernder Abwehrkampf.

Das heißt aber nicht, dass die Kampagne von der Van der Bellen aus einem Negativwahlkampf bestehen soll. Die erste Runde, in der hauptsächlich eine freundliche Kampagne gefahren wurde, klappte gut. Für die Grünen holte Van der Bellen ein grandioses Ergebnis. Das wird aber bei der Stichwahl nicht reichen. Jetzt müssen auch die Gegensätze deutlich gemacht werden.

Unterstützer sollten jedoch noch weiter gehen und aufzeigen, dass Hofer als Präsident eine Katastrophe wäre. Das sollte man aber nicht nur linken Gruppierungen in Form von Demos und dergleichen überlassen, sondern es müsste eine breitere Front gegen Hofer aktiviert werden. Unterstützer müssen Menschen außerhalb der linken Bubble erreichen. Ansonsten bringt es nicht viel.

Wünschenswert wäre, wenn Prominente aus Sport, Fernsehen und Co aktiv werden würden. Damit meine ich nicht nur ein Statement in einem Unterstützungskomitee und ein Kurzauftritt in einem Video, sondern direkte Unterstützung. Sport-Stars wie Steffen Hofmann müssen direkt ihre Fans ansprechen. Entweder bei Veranstaltungen oder auch mit extra gemachten Beiträgen auf Facebook und Co. Sportler und andere Stars haben eine Reichweite, die sich die meisten Politiker wünschen würden.

Dies wäre zwar aus österreichischer Sicht ein merkwürdiger Schritt, aber international ist es selbstverständlich, dass Menschen aus dem öffentlichen Leben auch politisch Stellung beziehen.

Auch wenn es viele Grüne nicht wahr haben wollen, ist Van der Bellen in den Augen von vielen Wählern nicht der beste Kandidat. Die niedrige Wahlbeteiligung in der ersten Runde zeigt, dass viele Österreicher mit keinem der Angetretenen zufrieden waren. So nahmen bei den Bundespräsidentschaftswahlen zum Beispiel in Wien nur knapp über 50% teil. Bei den Gemeinderatswahlen 2015 waren es 75%.

Deswegen muss auch für jeden in Österreich klar sein, dass man nicht nur Van der Bellen wählt, sondern mit seiner Stimme Hofer verhindert. So wie es die SPÖ in Wien 2015 gemacht hat. Es muss darum gehen Menschen zu mobilisieren, welche die Hoffnung in die Politik eigentlich schon aufgegeben haben, aber dennoch keine FPÖ an der Macht haben wollen.

Außerdem sollte auf populäre rote Bürgermeister Druck ausgeübt werden, dass sie aktiv Van der Bellen in ihrer Gemeinde unterstützen. Es darf nicht sein, dass Gemeinden wie Traiskirchen mehrheitlich blau bei Bundespräsidentschaftswahlen wählen und ansonsten den SPÖ-Kandidaten mit einer Absoluten ausstatten.

Die Situation ist ernst und es muss auf alle Ebenen gekämpft werden. Man kann bei der Van der Bellen Kampagne auch leicht selbst aktiv mitmachen.

Das ganze kann man übrigens auch bei Medium lesen.