11 Kommentare

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  2. RedHead   •  

    Chomsky-Hierarchie, OK, ganz nützlich für Teile der theoretischen Informatik, aber auch nicht überzubewerten, so oft braucht man das auch nicht.
    Seine Politischen Ansichten sind aber eine Zumutung. Kenn das zwar nicht im Detail, das liegt aber daran, dass mir dabei ziemlich schnell die Kotze hochkommt.
    Das ist doch nichts weiter als aufgewärmter platter anachronistischer Antiimperialismus mit stark antisemitischen Zügen.
    Man kann die Welt von heute nicht mit Gefasel von vor 100 Jahren verstehen!

  3. Übel   •     Autor

    Lieber RedHead,
    ich habe nun schon etliche Chomsky-Bücher gelesen, aber konnte in seinen Texten noch nie “aufgewärmten platten anachronistischen Antiimperialismus mit stark antisemitischen Zügen” erkennen.
    Noam Chomsky untermauert seine Thesen immer mit verschiedenen Quellen, welche im Anhang zu finden sind. Chomsky ist ganz einfach ein Anarchist. In seinen Texten findet man auch keine irrationale Argumente gegen die USA. Er lobt deren Politik gar in einigen Punkten (zb Meinungsfreiheit).
    Der Antisemitismus-Vorwurf ist natürlich auch nicht gegeben, denn in seinen Artikeln geht ganz klar hervor, dass er nur gegen die Politik der israelischen Eliten ist. Wenn man nicht mit der israelischen Regierung einverstanden ist, ist man nicht gleich Antisemit. Da wären ja einige Oppositionsparteien in Israel dann automatisch antisemitisch…
    Aber wie Sie in ihrem Posting zugeben (“Kenn das zwar nicht im Detail”) haben Sie sich noch nie mit einem Chomsky-Text ausführlich beschäftigt. Aus diesem Grund empfehle ich ihnen einige Chomsky Texte zu lesen. Im Netz gibt es genug davon (siehe oben)

  4. RedHead   •  

    @Übel: Vielleicht ziehe ich mir tatsächlich heute mal einen oder 2 Texte genauer zu Gemüte, meine Vorwürfe sind ja immerhin sehr schwerwiegend für oberflächliches Wissen. Andererseits hab ich mir auch nicht “Mein Kampf” komplett durchlesen müssen, um ein Urteil über Hitler zu fällen…
    Wie dem auch sei, ich habe nichts gegen Anarchisten per se, habe selbst starke anarchistische Tendenzen, Aber es gibt auch nicht den Anarchismus, sondern viele Spielarten, die Teilweise in einer Konfrontation mit Kommunisten resultieren mussten (wobei es auch nicht “den Kommunismus” gibt, die Geschichte hat viele Divergenzen geliefert).
    Ich persönlich halte das Konzept der Meinungsfreiheit für eine repressionsökonomische Maßnahme, dadurch hat es eine so genannte Demokratie einfacher als eine Diktatur, kritische Meinungen gehen im Meinungspluralismus unter, konstruktive Kritik kann von den Eliten abgeschöpft werden und tatsächliche Kritik wird dann eben doch irgendwann verboten, wenn das auch in den USA deutlich besser läuft als z.B. in Deutschland, bekommt man spätestens dann Probleme, wenn man öffentlich zur Abschaffung des Privateigentums aufruft und es tatsächlich schafft, viele Anhänger um sich zu scharen, die eine potentielle Gefahr für den kapitalistischen Staat an sich darstellen. Aber das nur mal so am Rande.

  5. Übel   •     Autor

    Bezüglich Meinungsfreiheit: Noam Chomsky meint, dass es in den USA generell vollkommene Pressefreiheit gibt. Man darf theoretisch alles schreiben was man will, aber man findet dafür keine Sponsoren und kann somit die Botschaften nicht wirklich verbreiten. Er meint aber, dass durch das Internet ein großer Fortschritt erzielt wurde.

    Einen aktuellen Artikel von ihm findet man im Standard und ein Interview im Spiegel.

    Aber um sich ein richtiges Urteil zu fällen sollte man ein Buch von ihm gelesen haben.

    Übrigens der Hitler-Vergleich hinkt.

  6. RedHead   •  

    Der Hitlervergleich sollte nur einen Punkt klarmachen, das Chomsky kein Massenmörder ist und ideologisch noch Welten dazwischen liegen, ist schonmal klar.
    Der Vergleich mit der israelischen Opposition hinkt allerdings auch. Die Frage danach was einen Menschen überhaupt dazu motiviert, gerade israelische Politik zu kritisieren, muss in Israel und außerhalb doch völlig unterschiedlich beantwortet werden. Außerdem findet man für einigen antisemitischen Rotz auch irgendwelche “Alibijuden”, die den gleichen Müll erzählen, was die Ausgangsposition aber nicht besser macht.
    Wie dem auch sei, du hast natürlich recht, dass meine Meinung nicht so viel Wert ist, solange ich an der Oberfläche kratze. Ob ich deswegen gleich ein ganzes Chomsky-Buch lese darf aber bezweifelt werden.

  7. Übel   •     Autor

    Jedoch gibt Chomsky keinen “antisemitischen Rotz” von sich. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der US-Außenpolitik. Deshalb wird auch der Nahostkonflikt thematisiert.

  8. RedHead   •  

    Also gleich der erste Text, den ich mir aus den angegebenen Quellen typisch antisemitisch, natürlich ohne direkt Juden als solche zu kritisieren, die Argumentation ist die gleiche: Brunnen vergiften, Kinder morden, dann noch Anschuldigungen, die schon sehr stark an die von vielen Antisemiten vertretene Ansicht erinnert, die Juden hätten Hitler an die Macht gebracht, um Zionismus zu rechtfertigen, nur geht es heute um die Hamas.
    Wie gesagt, mir wird schon nach einem solchen Text schlecht:
    http://zmag.de/artikel/staerkt-israel-absichtlich-die-hamas

    Das die Abgrenzung der Hamas und ihre Wähler, alles samt Leute welche die Shoa wiederholen wollen, absolut Notwendig für das Überleben ist und die Isolierung des Gaza-Streifens tatsächlich die Zahl der Terroranschläge reduziert hat, interessiert den gemeinen Antisemiten nicht. Das es auch auf seiten der Palästinenser Menschen gibt, die Absolut nichts dafür können und praktisch nur Opfer der Umstände sind, mag sein. Daraus ergeben sich allerdings keine sinnvollen Handlungsoptionen für Israel. Der Staat hat oft genug sinnvolle Friedensangebote gemacht (und wird das auch weiter machen), auch einseitige Maßnamen ergriffen, obwohl die Gegenseite extrem unkooperativ war und dafür entsprechend auch ein Dankeschön in Form von Raketenangriffen bekommen. Dieses dumme Verhalten würde ich dann tatsächlich auch an der Regierung kritisieren, wenn ich dort wohnen würde, wo die Raketen einschlagen.
    Ich fühle mich jedenfalls nach lesen des Artikels bestätigt, werde aber vielleicht noch ein paar lesen, wenn sich mein Magen beruhigt hat!

  9. Übel   •     Autor

    Der von ihnen verlinkte Artikel ist von Amira Hass, einer israelischen Journalistin, und nicht von Chomsky. Wenn Sie sich so ausführlich mit Chomsky beschäftigen ist es klar, dass Sie ein falsches Bild von ihm bekommen :)

  10. RedHead   •  

    OK, mein Fehler. Ich halte sie aber für eine passende Gesellschaft. Mein zweiter Versuch:
    http://zmag.de/artikel/Israel-Palaestina-Interview-mit-Noam-Chomsky-und-anderen/?searchterm=chomsky

    0. Noam Chomsky ist gebildet genug, sich nicht ganz so platt auszudrücken, wie Amira Hass in dem fälschlicherweise verlinktem Artikel.
    1. Noam Chomsky trifft sich mit dem Hisbollah-Führer
    2. Er dreht Ursache-Wirkung-Beziehungen um (sagt dabei aber selbst, jeder muss selbst wissen, was jetzt Ursache war, im Grunde ist er mit dieser Erkenntnis auf seine eigene Ideologisierung gestoßen, stört ihn aber nicht).
    3. Er spricht letztlich Israel das Recht auf Selbstverteidigung ab, was angesichts von Gruppierungen wie der Hamas als aktueller Feind bedeutet, er spricht den dortigen Juden das Recht auf Leben ab, er fordert sozusagen eine 2. Shoa, wenn auch niemals direkt und auch wenn er das womöglich auch anders sieht.
    …könnte fortgesetzt werden…

    Der Terror gegen die Juden begann mit den ersten jüdischen Siedlern, die dort angegriffen wurden, noch bevor es Israel gab, das ist letztendlich als Ursache für vieles zu sehen, was dort heute noch passiert. Man könnte jetzt sagen, Juden haben dort nichts zu suchen, aber das ist nunmal platter Rassismus bzw. “Blut und Boden”-Ideologie.
    Viele Leute die “Freiheit der Völker” oder ähnliches fordern driften sehr schnell in antisemitische Schemata ab, aber das ist ja auch nicht verwunderlich. Wäre nett wenn man mit diesem Scheiss irgendwann mal aufhören kann.

  11. Übel   •     Autor

    Meiner Meinung nach ist der Nahostkonflikt nicht so simpel wie sie es darstellen wollen. Noam Chomsky bietet u.a. zu diesem Thema interessante Reflexionen.

    Die Antisemitismus-Vorwürfe kann ich nicht erkennen. Er ist kritisch gegenüber der israelischen Regierung, aber das ist ja nicht antisemitisch. Chomsky betrachtet etliche Regierungen kritisch.

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