Jun
24
2004
0

Kongoenial – daran hat man zu kauen

„Weißt du wie du bist? Kennst du von Morgenstern das Gedicht mit Afrika und Lattenzaun oder so? Ja? Na, so bist du!“
„Was? Wie Morgenstern?“
Seit Dirk Berghammer in Afrika oder genauer gesagt im Kongo war, konnte er sein Spiegelbild - mit welchen er früher so köstliche Gespräche über Tiramisu hielte – einfach nicht mehr aushalten. Er beschimpfte es sogar. Einmal traf er es mit dem Morgenstern sehr hart. Dirk Berghammer schmiss seine komischstachelige Waffe einfach in den Spiegel. Doch anstatt zu zersplittern, riss der Spiegel. Hatte Dirk Berghammer sein Spiegelbild doch tatsächlich mit dem Spiegel Titelblatt vom 7.Oktober 1953, also mit Max Frisch, verwechselt. Nachdem dieses Missgeschick aufgeklärt war, blickte Dirk Berghammer in einen handelsüblichen Spiegel, welche sein Gesicht reflektierte. Er war hässlich. Hässlicher als die Nacht höchstpersönlich. Igittigitt!

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten |
Jun
22
2004
1

Freunde sagen mehr als 1000 Worte

Ich saß ganz allein in der alten Küche. Da kam eine Ente beim Fenster herein geflogen. Sie setzte sich auf den Sessel neben mir und starrte mich an.
Nach vierstündigen Anstarren sagte die Ente gähnend: „Guten Tag, Ich hab sie gar nicht gesehen. Sie sehen sehr hungrig aus. Ich hüpfe einmal in den Ofen und in drei bis vier Stunden können sie mich essen!“

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten |
Feb
16
2004
0

Das Leben

Teil 1: Der Auftrag

Peter Senner wird abrupt aus seinem Schlaf gerissen. Das Telefon läutet. Er tapst sich müde und töricht an den Hörer heran.
“Senner am Apparillo! Was kann ich für sie tun? Oder besser gesagt… Ach, scheiße! Hab ich wirklich gerade Apparillo gesagt? Wie peinlich, ich meine natürlich Apparat!” krächzt Senner, welcher noch sehr geschafft von der letzten Nacht war. Hat er doch tatsächlich gestern seinen eigenen Rekord um 2 Liter in seinem Stammlokal ertrunken. Senner hat also 5 Liter Olivenöl in seinem Körper als ihn der Anruf erreicht.
“Bin ich hier richtig bei Peter Senner?” fragt der Anrufer.

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten |
Feb
02
2004
0

A kangaroo in Australia?

The kangaroo lost its courage a long time ago, but recently its keys, too.
“And this all happens in Australia!” whizzes in the marsupials brain. The kangaroo jumps to the locksmith. Hop! Hop! Hop!
Knock! Knock! “Come in!”, says the locksmith.

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten |
Dez
29
2003
0

Nicht lesen! Diese Geschichte ist giftig!

Er war vielleicht nicht der unsensibelste Mensch der Welt, vielleicht war er auch nur doof, aber eines konnte man Franz Hernt nicht vorwerfen: guten Geschmack bzw. soziales Verhalten!
Einmal, als Franz Hernt sich den Aids-Streifen Philadelphia ansah, fing er während einer der traurigsten Szenen der Vorführung hysterisch an zu lachen und schrie „Haa! Das einzige positive an dem seinen Leben ist sein HIV Test!“ Ein anderes Mal brüllte er bei einem Begräbnis mehrmals lauthals: „Hier regiert der T-O-D!“ Die Trauergemeinde war ziemlich sauer auf den Unruhestifter, fiel er doch nicht nur mit dem Geschrei, sondern auch mit einer ziemlich unmodischen Hose unangenehm auf.

Zu Franz Hernts Glück befand sich unter den Anwesenden auch der diplomierte Psychotherapeut Eduard-Eduard Kalle, welcher sich sofort um Franz annahm.
„Hey! Sie mit den komischen Hosen! Bringen sie mir doch mal Champagner!“
Leider war der Therapeut genauso wenig dicht, wie sein neuer Patient oder besser gesagt Saufkumpan, Franz Hernt.
Nach der ersten Stunde in der Praxis, oder besser gesagt, als sich die beiden im Puff vollaufen gelassen hatten, fühlten sie sich wie neue Menschen und zwar wie Menschen ohne Anstand und Gewissen.

Nach zweiwöchiger „Therapie“ stellte sich heraus, dass Eduard-Eduard Kalle gar kein Psychotherapeut war. Er war lediglich pensionierter Kinderschänder oder besser gesagt Ex-Belgier. Franz Hernt störte das kaum, denn „jeder Mensch hat nun mal seine Schwächen“ grunzte er unentwegt, wenn wieder Eduard-Eduards Vorlieben zur Sprache kamen und das war sicher drei bis vier Mal am Tag der Fall.

Franz Hernt und Eduard-Eduard Kalle wurden natürlich immer schon von der Gesellschaft verachtet, aber seit sie ein Team waren, wurden sie von jedermann gehasst.
Franz Hernt bekam mehr Mordmails als Spammails und das soll schon was heißen, denn der immer Irre meldete sich täglich bei etlichen Spamverteiler an.
Seinem Freund Eduard-Eduard Kalle erging es auch nicht viel besser. Eduard-Eduard Kalle bekam täglich mehr Briefbomben als Postwurfsendungen und durch seine Naivität, welche auf seine Blödheit zurückzuführen war, öffnete er auch noch jede Briefbombe selber!
Aber auch das war Franz Hernt und Eduard-Eduard Kalle einerlei, denn sie hatten ja sich und viel hochprozentigen Alkohol.

Doch dem glücklichen Ekel-Duo wiederfuhr ein Schicksalsschlag. Ihr Lebenssinn war weg, aber ganz, denn ihr Idol, der schreckliche Peter, war gestorben.
Peter war gelernter Kampftrinker. Kickboxend trank er literweise Bier, während seine Fans, welche auch nicht wenig Bier intus hatten, den trinkenden Boxer grölend aufforderten seine Gegner zu töten. Natürlich ließ sich Peter immer wieder überreden und mordete. Doch eines Tages erwürgte sich der Blödgesoffene selbst. Er wurde von seinem Manager, welcher übrigens auch Frauen managet, die ihren Körper verkaufen, (Nieren, Lunge… usw.usf.) in der nächsten Senkgrube „bestattet“
Franz Hernt und Eduard-Eduard Kalle folgten ihrem Idol, zwar erwürgten sich die beiden nicht, aber sie legten sich in die Senkgrube und kuschelten sich an den toten Kickboxer. Diese bizarre Handlung führte zum Tod der Beiden. Franz Hernt starb an einem schon 25 Jahre unerkannten sehr bösartigen Kopfkrebs und Eduard-Eduard Kalle aus Langeweile!

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten | Tags:, , , , , ,
Dez
13
2003
0

Schmerz

Wieder einmal schmerzte mein Bein beim Heimweg. Jeder Schritt war eine Qual. Ich schrie innerlich bei jedem Einzelnen. Ich fragte mich, was solch höllische Schmerzen auslösen könnte. Ich hatte keine Ahnung, doch als ich meinen Blick senkte und merkte, dass eine Bärenfalle den Weg zu meinen Knochen suchte, drangen die Erinnerungen an einen fatalen Spaziergang im Wald wieder hervor.

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten |
Okt
19
2003
0

Die Biene mit ihrem Harakiri-Song

In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, ward eine Biene sehr bekannt, denn sie sang. Sie sang und sang und sang. Sie war die Diva des Insekten-Pop! Und diese Biene nannte sich Brunhilde. Brunhilde hat sich von der Insekten-Indie-Szene bis zum big Business hoch gearbeitet. Am Beginn ihrer Karriere spielte sie in kleinen, dreckigen Astlöchern. Dort warteten ihre Fans. Es waren zwar nicht viele, jedoch sehr treue Anhänger!

Brunhildes einzigartige Art war aber nicht lange ein Geheimtipp, schon zwei Jahre nach ihrem ersten Auftritt füllte sie ganze Baumstämme. Ihren Durchbruch schaffte sie mit ihrem Harakiri-Song in welchem sie besang, dass es sie langweilte poikilotherme Tiere zu stechen, hingegen homoiotherme Tiere zu pieksen tödlich ist, jedoch auch viel Spaß bereitet. Brunhilde verarbeitete Arbeiterbienenalltagsszenarien musikalisch. Jede Biene sah sein Spiegelbild in der Protagonistin des Liedes.

Ich wollte meinen Augen nicht trauen. Traute ihnen aber dann doch, denn wenn ich nicht einmal meinen eigenen Augen vertrauen würde, wem dann? Meiner Nase? Aber kann sie die Texte erriechen? Eher nicht und außerdem, ich habe ja ohnehin nur die Augen welche ich habe. Auch wenn sie mich täuschen würden, wäre das nicht negativ zu beurteilen, weil sie mir eine Realität basteln!
Es ist gut, dass ich meinen Augen vertraue, aber auf meinem Geschmack sollte ich nicht mehr zählen! Der hat gerade ein Magazin gekauft welches „Insekten-Rock“ heißt!

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten |

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