Es ist nur Satire, Schätzchen!
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Der Mann der ziemlich viel konnte

31. Oktober 2006 | 18:53

„Verdammt! Schon wieder!“ ärgerte sich Arthur Semmel noch ganz schlaftrunken. Er wachte wieder einmal blutverschmiert in seinem Bett auf. Neben ihm lag irgendein Körper. Ob es ein Männlein oder ein Weiblein gewesen war konnte der Laie nicht mehr bestimmen. Dazu hätte man schon einen Spezialisten hinzuziehen müssen.

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Kurzgeschichten

Hoch lebe der Präsident

14. März 2005 | 18:52

„Juhuuu! Ich hab im Lotto gewonnen! Ach, halt! Das war mein HIV-Test und der ist positiv. Ich nehme den Enthusiasmus von vorhin wieder zurück. Ich hätte bei den Blutkonserven wirklich nicht sparen dürfen. Aber warum teures Blut kaufen wenn es bei Lidl gerade so ein Schnäppchen aus Botswana gibt?

Aber was soll’s? Ich weiß ja ohnehin nicht ob ich die Wahl für meine zweite Legislaturperiode als Präsident schaffen würde. Sitz ich halt die erste einmal ab und schaue was sich dann ergibt“ schallt es aus dem Fernsehgerät vor dem wir alle unausgeschlafen hängen. Eigentlich hätte uns die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten überraschen sollen, jedoch seit er am vorhergegangenen Nationalfeiertag live im TV auf unsere Flagge onaniert hat trauen wir ihm alles zu.
Aber das Volk ist zufrieden mit dem „Spitzbuben der Nation“ wie ihn die Medien nennen. Er ist ja auch wirklich eine verdammte Abwechslung zu anderen Politikern. Wir hatten ohnehin schon genug Langweiler an der Macht und wer hat bestimmt, dass Präsidenten immer Hosen tragen und Manieren haben müssen? Der Präsident nennt den Wechsel des politischen Klimas „ordinäre Revolution“! Er behauptete einmal, dass er eines seiner Kinder verspeist habe. Seitdem heißt eines seiner Propaganda-Sprüche, die im ganzen Land plakatiert sind „die Revolution frisst ihre eigenen Kinder“!
Obwohl seine Reden langweilig sind, sieht oder hört sie sich jeder Staatsbürger an, denn es steht so in der neuen Verfassung und auf Missachtung der Verfassung steht die Todesstrafe für den ganzen Bekanntenkreis. Seit der neuen Justizreform ist dies möglich. Es gibt nur kollektive Strafen, denn laut Paragraf 4 Absatz 2 wirft man, wenn man im Obstkorb einen verfaulten Apfel findet, auch nicht nur den verfaulten, sondern auch die rundherum liegenden Äpfel weg. Wenn jemand zum Beispiel das Briefgeheimnis verletzt wird der ganzen Familie die Nase abgehackt, denn laut Gesetz darf man seine Nase nicht in fremde Angelegenheiten hineinstecken. Diese Strafe gilt auch, wenn man nicht die eigenen Taschentücher verwendet.
Nach den Ansprachen des Präsidenten werden alle Bürger in die örtliche Polizeistation geladen und inhaltlich geprüft.
„Jedenfalls unternahm ich letztens einen langen Marsch zu einem chinesischen Restaurant. Ich bestellte irgend so ein komisches Huhn, denn es stand dabei, dass es verboten gut ist. Und ich muss sagen, dass es nicht nur verboten gut, sondern auch sehr groß war, deshalb verstopfte ich noch am selben Tag mein Klo mit einem rindesken Scheißhaufen. Auf diese Magenverstimmung hin habe ich einen Scherzanruf bei der chinesischen Botschaft getätigt. Und bevor ich nun schließe, bestimme ich jetzt noch schnell die Lottozahlen: 1, 2, 3, 4, 5, 6! Was für ein Zufall! Die Zahlen, die ich mir gerade ausgedacht habe, habe ich auch auf meinem Schein getippt. Ich Glückspilz habe den Doppel-Jackpot geknackt! Das gewonnene Geld werde ich sofort in Regenschirme investieren! So, das war es mit der Rede. Ich muss jetzt wieder kacken! Pardon! Scheißen!“

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Kurzgeschichten

Die Geschichte mit dem gewissen Edgar

16. Januar 2005 | 18:45

Franzander Bernhardt übersetzte gerade Karl Marx’ Kapital in eine selbst erfundene Fantasiesprache, als das Telefon klingelte: „klingel, klingel!“
„Herein!“ rief Franzander Bernhardt. „Du kannst nur abheben, aber nicht herein bitten“ erklärt das Telefon ihm unmissverständlich.
„Wie meinst du das mit dem abheben? Vom Boden der Realität oder mit einem Hubschrauber?“
„Ach, du weißt schon wie ich es meine!“ meinte das Telefon.
„Seit wann können Telefone sprechen? Seit gestern?“ fragte Franzander Bernhardt weiter.

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Kurzgeschichten

Schabernack auf Zack!

2. Dezember 2004 | 18:43

„Das Leben ist ein Joch des Schmerzes und des Hasses und die dazugehörigen Menschen sind ein Konglomerat aus Enttäuschungen und Gräuel“ erzählte die kleine Sabine im Kindergarten ihrer Tante, die ihr den Kopf tätschelte und sagte, dass sie süß sei.

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Kurzgeschichten

Die unendliche Tragödie

26. Oktober 2004 | 18:41

„Ich bin aber blöd!“ stellte der Metzger fest. Er hatte sich er aus Blödheit seine Hand abgehackt und daraus eine Debreziner fabriziert. Der Metzger Friedrich Fafafareseele war von Natur aus dumm. Er brach Volks-, Baum- und Tanzschule ab und wollte ein Hilfsarbeiter für Hilfsarbeiter werden. Er konnte nicht einmal die einfachsten Additionen oder das Analphabet. ER war nicht nur blöd, er war blödest. Die Ausbildung für den Job, den es eigentlich nur in Friedrich Fafafareseeles Fantasie gab, brach er aber wegen dem so genannten „Burnout-Syndrom“ ab. Nach seinen drei Monate dauernden Frühlingsschlaf gab er sich einen Ruck und machte sein Hobby zu seiner Arbeit. Der psychopatische messerschwingende Mörder wurde von einem Tag zum anderen Metzger.

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Kurzgeschichten

Ein Ukrainischer Monster-Clown

12. Oktober 2004 | 18:39

Jan Nerbich war der bekannteste Fernsehclown in der westlichen Ukraine. Doch vor zwei Jahren war es aus mit dem Spaß. Denn Nerbich wollte wieder einmal die Konkurrenz ausschalten und den Witz des Jahrtausends machen. Während er auf Sendung war, goss sich der Clown einen Kanister Benzin über den Kopf, nahm ein Feuerzeug und zündete sich an. Die Leute waren begeistert von diesem, sehr umstrittenen, Scherz. Der Sketch hatte für Jan Nerbich aber Konsequenzen, denn er hatte schwere Verbrennungen und war ein ganzes Jahr im Krankenhaus. Er dachte, dass er nie wieder so etwas Unüberlegtes tun würde, doch nach seiner Genesung kam er gezwungenermaßen wieder zurück in die Showbranche.

Es war aber ziemlich schwer wieder ins Geschäft zu kommen, denn Clown sein in der Ukraine ist hart, denn da hat jeder Witz schon so einen langen Bart wie Karl Marx. Das schwierigste an der ganzen Sache war, dass fast jeder Jan Nerbich vergessen hatte. Doch mit einer kleinen Namenänderung von „Jan´s Clown Sendung“ auf „Burn Clown Burn“ war es ein Kinderspiel seine depressive Sendung wieder bekannt zu machen. Vor seinem Comeback war es ihm sehr peinlich, dass er noch immer starke Verbrennungen am ganzen Körper hatte. Doch als das Publikum Jan sah mussten sie über den angebratenen Clown sehr lachen. Die Zuschauer hatten nicht einmal ein schlechtes Gewissen, denn sie sagten ganz einfach: „Ich habe dafür bezahlt, dass er sich anzündet! Das ist seine gottverdammte Pflicht!!!“
Die Einschaltquoten schossen in die Höhe. Er war erfolgreicher denn je. Doch Jan Nerbich ließ sich so etwas nicht gefallen. „Ich mach mich da doch nicht zum Clown vor so vielen Zuschauern!!!!“ sagte er bei einer live Sendung. Die meisten Zuseher hatten nach dieser Aussage Jan Nerbichs die Schnauze gestrichen voll. Nach kurzer Zeit waren die Einschaltquoten im Keller. Deswegen sprang Jan über seinen Schatten und stolperte und brach sich das Bein. Dieser Vorfall tat seiner Sendung nicht gut und deswegen probierte er es noch einmal mit dem Anzünd-Gag in seiner Show. Doch leider hatte ihn keiner gesehen, als er sich vor laufender Kamera anzündete und deswegen konnte ihm niemand zu Hilfe kommen und löschen. Er brannte und brannte. Jan Nerbich starb aber nicht. Er konnte sich irgendwann selbst helfen und er erstickte die Flammen mit Forellen, welche im Studio auf den großen Forellen-Gag warteten. Doch seit diesem Vorfall war Nerbich vollkommen entstellt. Er war ein schreckliches Monster, welches in der Kanalisation lebte und sich in der Nacht an der Menschheit rächte. Er tötete wie ein Verrückter, denn er war verrückt. Verrückt nach Menschen abschlachten!

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Kurzgeschichten

Leben in der Roten Armee Fraktion

5. Oktober 2004 | 18:35

Am Morgen, in einer konspirativen Wohnung der RAF, geht Andreas Baader auf die Toilette. Nachdem er am stillen Örtchen verschwunden ist hört man: „Verfickte Scheiße wo ist das Toilettenpapier!“
Er reißt die Tür auf rennt mit der leeren Klopapierrolle in das Wohnzimmer, in dem gerade Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Carl-Jan Raspe saßen und eine Aktion besprachen.

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Es ist schwierig, als Marxist mit Leuten zu diskutieren, die dort aufhören zu denken, wo Marxisten überhaupt erst beginnen.
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