Jan
06
2005

Die fetten Jahre sind vorbei

Oft stellt sich die Frage, was man machen würde, wenn man reich wäre. Ich habe jetzt - für mich - eine schöne Antwort gefunden. Ich würde mir einen chinesischen Sklaven kaufen und ihn in ein Zimmer stellen, und dann würde ich ihn nie besuchen oder dergleichen, aber in Gesprächsrunden könnte ich stets kühl und gelassen sagen: “Ich war schon lange nicht mehr beim Chinesen!”
Aber ist Reichtum wirklich erstrebenswert? Gibt es nicht wichtigeres im Leben als Geld? Eigentlich nicht, denn mit Geld kann man alles kaufen was es gibt. Wer etwas anderes sagt hat entweder gar kein oder viel zu viel Geld.
Wer würde nicht gerne einen Anruf von der Bank bekommen der in etwa so verläuft: „Herr Sowka, ich muss ihnen leider mitteilen, dass ihr Konto voll ist…“
Natürlich könnte das Geld für Spenden verwendet werden, doch die Versuchung ist zu groß. Gewiss spendet man schon einen Teil, jedoch hält man sich ein beträchtliches Sümmchen in petto, nicht wahr? Schließlich will man auch etwas von den fetten Jahren haben. Ich würde es so machen.
Allerdings ist es auch so, dass der Reichtum nie ohne jeden Grund und überraschend kommt. Dahinter steckt immer Arbeit und ehrlich gesagt arbeite ich nicht sehr gerne. Deshalb versuche ich immer neue Wege zu finden um an Geld zu kommen. So habe ich letztens meine Seele bei eBay verhökert. Schlappe 5,5€ habe ich dafür bekommen. Früher hat eine Seele noch mehr eingebracht. Der Teufel ist auch nicht mehr das was er einmal war. Aber wie werde ich nun wirklich reich?
Hilft da nur noch die Kriminalität weiter? Oder soll ich lieber -ganz nach dem Sprichwort „Wer nichts wird wird Betriebswirt“- großer Wirtschaftsboss werden? Aber ich will ja nicht auf die Kosten von Anderen reich werden. Das ist moralisch nicht vertretbar. Aber was ist schon moralisch vertretbar? Solange Menschen an Hunger oder dergleichen sterben darf man ganz einfach nicht in Saus und Braus.
Aber möglicherweise sollte man einfach so leben wie man leben will. Geld ist vielleicht doch nicht das Wichtigste. Eventuell sollte ich einfach bescheiden Leben und Geld mit Dingen verdienen, die ich wirklich gerne tue. Das sollte jeder so handhaben. Das Hobby zum Beruf machen. Am Fließband stehen ist gewiss das Steckenpferd von 30% der Bevölkerung. Der Rest hat Freude am Teeren von Straßen. Das ist ja einfach nur schön wenn man Job und Lieblingsbeschäftigung verbinden kann. Die liebe Tante wird Gärtnerin, der Säufer Wirt, die Oma Marmeladenherstellerin, der Mörder Soldat, die Mutter Kindergärtnerin und der Nekrophile wird Leichenwäscher. Herrlich wäre das…

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Geschrieben von Übel in: Übel um 7 | - 1 Hits

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