Okt
26
2004

Die unendliche Tragödie

„Ich bin aber blöd!“ stellte der Metzger fest. Er hatte sich er aus Blödheit seine Hand abgehackt und daraus eine Debreziner fabriziert. Der Metzger Friedrich Fafafareseele war von Natur aus dumm. Er brach Volks-, Baum- und Tanzschule ab und wollte ein Hilfsarbeiter für Hilfsarbeiter werden. Er konnte nicht einmal die einfachsten Additionen oder das Analphabet. ER war nicht nur blöd, er war blödest. Die Ausbildung für den Job, den es eigentlich nur in Friedrich Fafafareseeles Fantasie gab, brach er aber wegen dem so genannten „Burnout-Syndrom“ ab. Nach seinen drei Monate dauernden Frühlingsschlaf gab er sich einen Ruck und machte sein Hobby zu seiner Arbeit. Der psychopatische messerschwingende Mörder wurde von einem Tag zum anderen Metzger.


Weil Friedrich Fafafareseele vom Menschen abschlachten begeistert war, versuchte er einen neuen Markt der Fleischhauerei zu erschließen. Durch seine Vorlieben in der Fleischherstellung unterschieden sich seine Öffnungszeiten von denen anderer Metzger, denn anstatt Werktags, arbeitete er an den Wochenenden in der Nacht.
Sein Geschäft lief blendend. Kannibalen aus der ganzen Welt besuchten seinen Laden. Weil etliche Kunden auch bei der Schlachtung zusehen wollten, baute der doofe Schlächter eine Zusehertribüne und verlangte Eintritt. Nicht nur der Rubel sondern auch die Rüben rollten en masse.
Werktags streifte er durch Armenvierteln und suchte Schlachtvieh für seine Metzgerei. Nach zwei erfolgreichen Geschäftsjahren wurde die Suche von Tag zu Tag schwieriger und aufwendiger. An manchen Wochenenden musste er sogar Schlachtungen absagen. Friedrich Fafafareseele war verzweifelt. Sein Geschäft stand schon nach einigen Monaten kurz vor dem Ruin . Es gab ganz einfach kein Frischfleisch mehr, welches seine Kunden schätzten. Sein Vertrag, welchen er mit dem Geriatrie-Leiter abgeschlossen hatte, befriedigte die Kunden nicht. Das Fleisch wäre zäh und alt beschwerten sich die Kunden. Als er das Geschäft schon schließen wollte um seinen zweiten Traumjob, Kinderarzt, auszuüben begegnete er Johnny Werktags! Er empfahl Friedrich Fafafareseele eine Webseite zu kreieren um damit neues Schlachtvieh zu bekommen.
Dieser Vorschlag wurde in kurzer Zeit durchgesetzt und schon am ersten Tag nach der Veröffentlichung seiner Fleischhauerei im Internet meldeten sich 20 Menschen, welche sogar etwas für die Selbstschlachtung zahlten.
Der Betrieb war gerettet! Dann geschah ein Malheur. Aus Blödheit hackte Friedrich Fafafareseele sich die Hand ab und machte daraus Debreziner. Er blutete wie verrückt, doch er blieb ruhig.
„Ich bin aber blöd!“ stellte der Metzger fest…

Bookmarken:

  • Scoop
  • Yigg
  • Webnews.de
  • Wikio
  • MisterWong
  • Google
  • LinkArena
  • YahooMyWeb
  • Live
  • StumbleUpon
  • del.icio.us
  • Digg
  • Reddit
  • Facebook
  • Simpy
  • Print this article!
  • E-mail this story to a friend!

Ähnliche Artikel:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading ... Loading ...
Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten | - 1 Hits

Keine Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Einen Kommentar hinterlassen

Impressum | Powered by WordPress. Theme: TheBuckmaker. PasteBin, Tiere