Dez
13
2003

Schmerz

Wieder einmal schmerzte mein Bein beim Heimweg. Jeder Schritt war eine Qual. Ich schrie innerlich bei jedem Einzelnen. Ich fragte mich, was solch höllische Schmerzen auslösen könnte. Ich hatte keine Ahnung, doch als ich meinen Blick senkte und merkte, dass eine Bärenfalle den Weg zu meinen Knochen suchte, drangen die Erinnerungen an einen fatalen Spaziergang im Wald wieder hervor.

Nach dem schrecklichen Anblick des Beines spielte ich Sekundenbruchteile mit dem Gedanken ein Krankenhaus aufzusuchen. Doch ich kam trotz der Folter der Wildtiertötermaschine zu Sinnen und die Idee verschwand so schnell wie sie gekommen war. Ich riss mir das Metallteil von meinem Bein. Ein provisorischer Verband aus meiner zerfetzten Jean sollte die Blutung stoppen. Ich zerrte mein Bein weiter Richtung heimwärts. Es blutete. Es blutete und blutete, der Verband half genau nichts. Durch diesen Blutverlust wurde mir übel und ich musste mich übergeben, auch ein Schwindelgefühl gesellte sich hinzu. Ich fiel. Nun blutete auch mein Schädel, der mit voller Wucht auf einen Pflasterstein donnerte.
Nun liege ich hier halbtot in einer Blutlache und versuche mit den Passanten, die sich angeekelt von meinem Anblick, abwenden, Kontakt aufzunehmen, doch sie ignorieren mich.
Schön langsam bereue ich den Spaziergang.

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Geschrieben von Übel in: Kurzgeschichten | - 1 Hits

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