Nov
24
2003

Die Geschichte mit der Ananas

Es war vor langer Zeit. Ich war klein. Sehr klein. Es war ein Jahr bevor ich in den Kindergarten gekommen bin. Meine Familie urlaubte in einem netten Hotel. Eines Morgens kam ich vom Früstücksbuffet mit einer Ananas, die –wie ich bald erfuhr- lediglich als Dekoration diente, an den Tisch meiner Familie. Sie lachten. Alle lachten. Auch das Personal kicherte. Ich hingegen war verwundert und kurz darauf peinlich berührt!
Natürlich hätte ich diesen „Vorfall“ längst schon vergessen, wenn ich nicht bei etlichen Familienfeiern an „lustige Geschichten von damals“ erinnert worden wäre.
Aber der Gipfel dieser Ananas Geschichte ereignete sich, als ich in Max Goldts Kolumnen-Sammlung „Ä“ folgende Zeilen las: “Die Frühstücksbuffets etwas besserer Häuser sind oft gekrönt von einer großen Ananas. Natürlich nimmt niemand die Ananas, denn zum Schälen dieser Frucht braucht man eine teure Ausbildung oder hartgesottenes Personal, wie es Sophia Loren haben dürfte, die täglich eine Ananas isst. Mir bereitet es oft Vergnügen, mir vorzustellen, wie die Hotelangestellten gucken würden, wenn ich mir die Ananas nähme, zu meinem Platz trüge und dort vertilgte…”
Hört damit auf! Ich war jung und hatte Hunger!

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Geschrieben von Übel in: Übel um 7 | - 11 Hits

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